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"Da Breznsalzer"
Auch im 35. Jahr ihres Bestehens schaffte es die Kürner Schauspieltruppe unter Spielleiter Karl Pröpstl wiederum sein Stammpublikum hervorragend zu unterhalten. Die Komödie „Da Brezensalzer“ von Ralf Kaspari war so richtig nach dem Geschmack der Zuschauer, die voll auf ihre Kosten kamen und die Spieler mit reichlich Beifall belohnten. Die Rollenverteilung Anfang Januar gestaltete sich zuerst etwas schwierig, da einige Spieler, die Spielleiter Pröpstl vorgesehen hatte, leider nicht zur Verfügung standen. Nach einigem Hin und Her und mit viel Verständnis der Mitglieder stand dann doch eine Mannschaft, darunter „alte Hasen“ und auch wiederum ein Neuling. Der Autor des Stückes bringt einen Ausschnitt aus dem Leben eines Dorfes, das überall in unserer Region liegen könnte, auf die Bühne, also „fast wia im richtig’n Leb’n“. Der Bäckermeister Helmut Neuberger (Franz Voith) betreibt so recht und schlecht mit seiner Frau Elvira (Elisabeth Zitzelsberger) und seinem Sohn Frank (Bühnendebütant Sebastian Zeilnhofer) die Dorfbäckerei. Der Gastwirt und Schnitzelkönig Karl Hoffmann (Peter Scheubeck), sieht es als seine Ehrensache an, dass "die Schnitzel drei Zentimeter über den Tellerrand owehänga". Seine Gattin ist die resolute Christa (Manuela Kalesse), die gerne den Überblick über alles behalten will. Beider Tochter Gabi (Katharina Schießl) ist eigentlich dem Frank versprochen. Die Eltern der beiden sind damit sehr einverstanden. Dumm ist nur, dass die hübsche Auszubildende Susi Obermüller (Monika Wolf) in der Bäckerei lernt und Frank sich in sie verliebt und beide auf dem Herbstfest in einer eindeutigen Situation erwischt werden. Frank traut sich jedoch nicht, dies seinen Eltern beizubringen. Die Tourismuschefin Dr. Yvonne Gürtler (Gerda Lang) mischt in der vermeintlichen Dorfidylle kräftig mit: Sie will das Dorf und die Betriebe fremdenverkehrsmäßig auf Vordermann bringen und der Eventmanager Bernd Wagner (Hans Auburger jun.) will auf dem Bauernhof von Susi einen Erlebnispark einrichten. Ganz so einfach jedoch gestaltet sich die Modernisierung des Dorfes nicht. Halsstarrig und empört weist der Schnitzelkönig alle gut gemeinten Vorschläge des "Gürteltiers" von sich und hetzt seinen Freund, den Dorfbäcker, schon mal im Voraus gegen die Tourismuschefin auf. Doch Neuberger zeigt sich einsichtig, was die Modernisierungsvorschläge der "Gürtelschnalle" anbelangt. Komplett kurzsichtig ist der Dorfbäcker jedoch, was das Liebesleben seines Sohnes angeht. Viel Verwirrung, jede Menge Wortspielereien und Missverständnisse braucht es, bis sich die beiden Liebespaare Susi und Frank, Gabi und Bernd endlich gefunden haben. Als sich dann auch noch herausstellt, dass der vom "Gürteltier" mit dem Eventmanager geplante Erlebnispark große Einkommensmöglichkeiten für den Dorfbäcker und den Schnitzelkönig eröffnet, sind alle plötzlich von der Generalüberholung des Dorfes überzeugt. Durch den Verkauf ihres Hofes ist Susi plötzlich eine hervorragende Partie geworden, mit der sogar Elvira einverstanden ist. Ein besonderes Schmankerl des Stückes war der Dialog zwischen Elvira Neuberger und Christa Hoffmann am Ende des Stückes, die "ja schon immer nur das Beste für die Kinder gewollt haben" und auch "schon immer" allen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen gewesen seien. Manuela Kalesse und Elisabeth Zitzelsberger zeigten in dieser Szene ihr ganzes Können. Ebenfalls hervorzuheben ist noch die Leistung von Monika Wolf als Azubi, die ihre erste große Rolle mit Bravour meisterte. Auch Sebastian Zeilnhofer, der erstmals auf der Bühne stand, bewies sein Potenzial als Schauspieler. Das gesamte Ensemble zeigte eine sehr homogene Aufführung und jeder Spieler lebte voll in seiner Rolle und überzeugte durch sein Können. Das ganze Schauspielerteam bewies einmal mehr, dass in Kürn hervorragendes Laientheater geboten wird. Das Kommando hinter der Bühne hatte wie immer Renate Hecht. Für die Spieler bedeutet es zusätzliche Sicherheit, wenn sie sich um die Äußerlichkeiten nicht kümmern brauchen und alles stets an seinem Platz sich befindet und jeder sein Einsatzzeichen bekommt. Eine willkommene Hilfe für Maskenbildnerin Uli Cipcer waren auch dieses Mal Karin Schreiner und Gitta Royes. Als Souffleuse fungierte in gewohnt souveräner Weise Toni Gottmeier. Stefan Mahlke steuerte die Videokameras, reparierte Scheinwerfer und sorgte für die nötigen Geräusche.
Am Ende der letzten Vorstellung dankte Vorsitzender Werner Fischer allen Besuchern für ihr Kommen und allen Mitgliedern, die mitgeholfen hatten, dass die sechs Aufführungen reibungslos über die Bühne gehen konnten. Toni Gottmeier erhielt für ihren 45. Einsatz im „Untergrund“ einen Blumenstrauß und Karl Pröpstl für seinen 55. Einsatz als Spielleiter ein „geistiges“ Geschenk.
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