Meine Frau ist gleichberechtigt


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"Meine Frau ist gleichberechtigt"
von Kurt A. Götz

Berthold Held, Inhaber eines kleinen Kaufhauses Daniel Liebl
Margarete Held, seine Frau Sandra Karl
Alfred Rochus, Teilhaber Hannes Denk
Gabi, seine Braut Julia Lang
Frieda Schustermann, Margaretes Tante Eva Hagl
Peter Kohlbecker, Bertholds Onkel Dieter Reisinger

 

Souffleuse  

 

Antonia Gottmeier

Requisite  

Renate Hecht

Maske  

Uli Cipcer

Bild- und Tontechnik  

Stefan Mahlke

Spielleitung  

Karl Pröpstl

 

Publikum wiederum begeistert von den Kürner Laienspielern

Mit viel Witz und Humor wurde das ewig junge Thema der Gleichberechtigung „aufgearbeitet“.

 Auf eine gesunde Mischung aus routinierten Theaterhasen und neuen bzw. weniger erfahrenen Laienspielern konnte Spielleiter Karl Pröpstl bei den Proben zum Stück „Meine Frau ist gleichberechtigt“ zurückgreifen.

Die Kürner Theatergruppe versucht immer wieder mit Erfolg neue, junge Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Bei der Schlussbesprechung nach der letzten Aufführung am 20.November konnte Spielleiter Pröpstl nur Lob für die gute und harmonische Zusammenarbeit aussprechen. Vorsitzender Werner Fischer betonte, dass der Erfolg der Kürner Theatergruppe neben der beständigen und soliden Schauspielleistung auch im familiären Klima des Vereins beruhe.

Zum Stück selber: Berthold Helds (Daniel Liebl) Frau Margarete (Sandra Bauer) hatte einen gedruckten Leitfaden zur Emanzipation beim Wort genommen und die Küchenschürze samt Küchenarbeit „großzügig" ihrem Mann überlassen. „Berthold, du sagst doch immer, Küchenarbeit ist Spielerei. Spiel' doch ein bisschen. Vom Rollentausch in seiner Ehe nicht gerade begeistert, schmiedet Berthold zwecks Wiederherstellung der alten, bequemen Zustände gemeinsam mit Freund Alfred (Hannes Denk) einen nicht ganz ungefährlichen Plan. Ein gefälschtes Testament der angeblich bereits verstorbenen Tante von Margarete soll dieser ihr gesamtes Vermögen vermacht haben, unter der Voraussetzung allerdings, dass Margarete innerhalb eines Jahres für Nachwuchs im Hause Held sorgt - und dann für die Emanzipation keine Zeit mehr hat. Alles wäre ja auch gut gegangen, doch Berthold hatte seine Rechnung ohne den Wirt, in diesem Fall die Tante gemacht. Diese taucht in Gestalt von Eva Hagl putzmunter und ziemlich lebendig auf der Bühne auf. Freund Alfred schafft es für kurze Zeit die Tante abzuwimmeln, aber bald ist sie wieder da, sodass Bertholds Onkel Peter (Dieter Reisinger), der die Ehe seines Neffen studieren wollte, schlagfertig in die Rolle eines Irrenarztes schlüpft und Alfred für verrückt erklärt um die Tante aus dem Haus zu bringen. Zu allem Überfluss wirft Alfred seiner Braut Gabi (Julia Lang) den Verlobungsring vor die Füße, weil sie und Berthold aus einem Liebesgedicht Alfreds einen Reklamevers geschmiedet hatten. Damit Marga und die Tante sich auf keinen Fall begegnen, unternimmt Berthold alles Mögliche um Marga aus dem Haus zu schaffen, aber schließlich kommt es doch zur schicksalhaften Begegnung und der Plan Bertholds platzt. Tante Frieda ist natürlich auf ihren Neffen nicht gerade gut zu sprechen („Der hat mich kalt lächelnd sterben lassen".) und lässt im Folgenden nichts unversucht, Margaretes bemitleidenswerten Ehemann aus dem Haus zu treiben. Aber in einem Schwank muss natürlich am Ende der Vorstellung doch noch Frohsinn alle Trübsal verdrängen. So fand Margarete doch noch zu ihrem Mann zurück, Freund Alfred durfte seine Verlobte Gabi heiraten und selbst Margaretes Tante fand in Bertholds Onkel den Mann fürs Leben.

Die Zuschauer waren begeistert und belohnten die Spieler mit lang anhaltendem Beifall. Sehr häufig war der Satz zu hören: „Ein Besuch im Kürner Theater lohnt sich immer und jeder kommt auf seine Kosten.“ Gab es im Stück nicht nur viel Situationskomik, sondern auch witzige und teilweise recht spritzige Dialoge, wenn auch der Autor nicht der berühmte Curt Goetz, sondern Kurt  A. Goetz heißt.

Die Spieler zeigten eine sehr homogene Leistung und sie schafften es mit Bravour die Rollen umzusetzen und die Charaktere herauszuarbeiten.

Julia Lang, die das erste Mal auf der Bühne stand, zeigte Talent und wird sicher weiter in der Gruppe bleiben. Hannes Denk zeigte bei seinem zweiten Einsatz, dass er gerne und mit viel Ehrgeiz bei der Sache ist.

Daniel Liebl bewies durch die Übernahme der Hauptrolle, dass er in seinen drei vorhergegangenen Einsätzen schon viel gelernt hat. Er und Sandra Bauer spielten in überzeugender Weise, das Ehepaar, dass die Fragen und Probleme der Emanzipation auf ihre Weise löst. Einen Leckerbissen der Schauspielkunst boten Eva Hagl und Dieter Reisinger in der Irrenarztszene. Die Zuschauer bogen sich vor Lachen.

Im Souffleusenkasten sorgte Toni Gottmeier dafür, dass keine Textschwierigkeiten auftauchten. Uli Cipcer war zusammen mit ihren Helferinnen Karin Schreiner, Gitta Royes, Monika Wolf und Manuela Kalesse für die Maske verantwortlich. Als „guter Geist“ hinter der Bühne sorgte Renate Hecht für einen reibungslosen Ablauf des Stückes. Stefan Mahlke kümmerte sich um die Beleuchtung, nahm das Stück mit drei Kameras auf, reparierte den Vorhang und  installierte einen neuen Pausengong.

Um das leibliche Wohl der Zuschauer sorgten sich immer die Mitglieder, die gerade spielfrei haben. Die „Catering-Chefs“ waren Harald Royes und Hans Cipcer. In der neuen Küche und hinter der neuen Verkaufstheke machte die Arbeit gleich doppelt soviel Spaß.