Einmal Rentner immer Rentner


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"Einmal Rentner - immer Rentner"
von Ulla Kling / Verlag Wilhelm Köhler

Martin Dengler, ehem. Finanzbuchhalter  

Franz Voith

Rosa Dengler, seine Frau  

Sandra Karl

Marlies Dengler, beider Tochter  

Elisabeth Zitzelsberger

Rudolf Eichinger, ehem. Abteilungsleiter  

Christian Kalesse

Clara Eichinger, seine Frau  

Manuela Kalesse

Albert Eichinger, beider Sohn  

Daniel Liebl

Betti Haberl, Nachbarin  

Eva Gottmeier

Opa Dengler  

Peter Scheubeck

 

Souffleuse  

 

Antonia Gottmeier

Requisite  

Renate Hecht

Maske  

Uli Cipcer

Bild- und Tontechnik  

Stefan Mahlke

Spielleitung  

Karl Pröpstl

Auch das Leben im Ruhestand will gelernt sein

Spielleiter Karl Pröpstl hatte für die Novemberaufführungen der Theatergruppe Kürn wieder ein Bühnenwerk der Autorin Ulla Kling ausgesucht. Gerne stellt sie Begebenheiten aus dem Alltag unseres Lebens in den Mittelpunkt ihrer Stücke. Dieses Mal wurden zwei Familien mit dem Vorruhestand der Ehemänner bzw. Väter konfrontiert. Das Stück ist nicht unbedingt spannungsgeladen, aber die Dialoge und Szenen sind aus dem Leben gegriffen und regen zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln und Lachen an.

Der Eintritt in den Vorruhestand der beiden Freunde Martin Dengler (Franz Voith) und Rudolf Eichinger (Christian Kalesse) wird im Familienkreis natürlich gebührend gefeiert, haben doch beide die Schnauze voll von der Arbeit und vom Betrieb. Bei der Feier freuen sich Martins Frau Rosa (Sandra Karl) und Rudolfs bessere Hälfte Clara (Manuela Kalesse) über die gemeinsame Zeit und sie schmieden fleißig Pläne von gemeinsamen Radwanderungen bis hin zu einer Kreuzfahrt in die Karibik.

Die beiden Kinder Marlies (Elisabeth Zitzelsberger) und Albert (Daniel Liebl) spielten zwar von Kindesbeinen an miteinander, zurzeit jedoch sind sie sich nicht grün und sie giften sich gegenseitig an. Die Nachbarin Betti Haberl (Eva Gottmeier) stört immer wieder; denn sie „steht“ auf Martin und benötigt immer wieder seine handwerklichen Fähigkeiten. Opa Dengler (Peter Scheubeck) bringt mit seinen Ruhestandsregeln „Nur nix g’falln lass’n!“ etwas Unruhe in die Feierstunde.

Aus den hochfliegenden Plänen wird natürlich nichts. Martin muss sich vom psychischen und physischen Stress des Arbeitslebens erholen und verbringt seit Wochen jeden Tag in liegender Stellung bekleidet mit einem Jogging-Anzug. Als sich seine Frau Rosa beschwert, mischt er sich lautstark in die Haushaltsführung ein: Das Bügelbrett ist nicht aufgeräumt und die Mülltrennung funktioniert überhaupt nicht. Es kommt zum Streit.

In der anderen Familie passiert das Gegenteil. Rudolf, der im ersten Akt getönt hatte, dass er vom Betrieb die Schnauze voll habe, steht jeden Tag auf und geht in sein Büro; denn sein Nachfolger macht natürlich alles falsch. Die beiden Ehefrauen sind verzweifelt und so greifen sie zum letzten Mittel, sie lassen die beiden Männer alleine. Diese merken natürlich auch bald, dass es so nicht weiter gehen kann. Sie brauchen wieder eine Aufgabe. Diese kommt in Form einer Erbschaft, die Rudolf macht. Eine Hütte an einem See muss wieder auf Vordermann  gebracht werden und sein Freund Martin soll dabei helfen. So wendet sich doch noch alles zum Guten; denn die Ehefrauen, zurück von der Schönheitsfarm, werden natürlich voll eingebunden. Die beiden Kinder kommen sich auch etwas näher, sie gehen schon mal zusammen ins Kino, ob sie sich jedoch "kriegen", bleibt offen bzw. der Phantasie der Zuschauer überlassen. Die Nachbarin Betti Haberl wendet sich von Martin ab und mehr dem Opa zu, der aber eine zu enge Bindung scheut, so dass auch bei diesen beiden alles in der Schwebe bleibt. Auf jeden Fall ist bei beiden Familien der Friede eingekehrt und der Ruhestand ist gerettet.

Bei den Zuschauern war immer wieder zu merken, dass sie Parallelen zu ihrem eigenen Leben zogen und so manche Übereinstimmung feststellen konnten.

Die Spieler zeigten in jeder Szene, dass sie sich voll mit den Rollen identifizierten und mit Lust und Liebe bei der Sache waren. Auch Daniel Liebl, der das erste Mal dabei war; fügte sich gut ein und bewies Talent. Alle boten wiederum eine hervorragende Leistung, die mit lang anhaltendem Beifall der Zuschauer belohnt wurde.

Als Souffleuse war wie immer Toni Gottmeier im Einsatz. Für die Maske sorgte Uli Cipcer zusammen mit Monika Wolf und Gitta Royes. Für einen reibungslosen Ablauf des Stückes garantierte hinter der Bühne Renate Hecht. Stefan Mahlke kümmerte sich um die nötigen Geräusche und nahm das Stück mit drei Kameras auf.

Nach der letzten Vorstellung erhielt die Souffleuse Toni Gottmeier für Ihr 40. Stück aus den Händen des Vorsitzenden Werner Fischer eine Ehrung.

Von den Einnahmen soll ein Betrag für den Kinderspielplatz in Kürn gespendet werden.

 

Daniel Liebl, Elisabeth Zitzelsberger, Peter Scheubeck, Eva Gottmeier
Manuela Kalesse, Christian Kalesse, Franz Voith, Sandra Karl