Wenn des bloß guat geht


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"Wenn des bloß guat geht"
von Ulla Kling / Verlag Wilhelm Köhler

Tommi Haberl, junger Vater  

Markus Wolf

Babsi Haberl, junge Mutter  

Elisabeth Zitzelsberger

Rosa Haberl, Mutter von Tommi  

Manuela Kalesse

Leo Haberl, Vater von Tommi  

 Hans Auburger sen.

Harry Haberl, Bruder von Tommi  

 Dieter Reisinger

Gisi, Freundin von Harry  

Monika Wolf

Leni Daxinger, Mutter von Babsi  

Carmen Konrad

Pfarrer  

Werner Fischer


Souffleuse  


Antonia Gottmeier

Requisite  

Renate Hecht

Maske  

Uli Cipcer

Bild- und Tontechnik  

Stefan Mahlke

Spielleitung  

Karl Pröpstl

 

S' kloane Peterl wurde getauft – und es is guat gegangen !

50. Stück in der über 30-jährigen Geschichte  der Theatergruppe Kürn wieder ein voller Erfolg

Am  Freitag, dem 23. März. platzte der Theatersaal in Kürn wieder einmal aus allen Nähten, denn die Theatergruppe führte die Premiere des heiteren Dreiakters "Wenn des bloß guat geht" von Ulla Kling auf.

Allein schon die Tatsache, dass die beiden Schwiegermütter zur Tauffeier des kleinen Peters erschienen waren, versprach Stoff für unzählige Turbulenzen zu werden. Bepackt mit Teddybärchen und flottem (Modell-) Hütchen (Manuela Kalesse) erfuhr die eine von der kurz bevorstehenden Ankunft der anderen ("Ach - die kommt auch?"), die dann gleich die kompletten Zutaten für 23 1/2 Gläser Marmelade mitgebracht hatte (Carmen Konrad). Schade nur, dass das Bärchen mehr als doppelt so groß war wie's Peterl selbst und dass das Baby erst in einigen Jahren in der Lage sein würde, Marmelade zu essen. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die beiden frischgebackenen Eltern (Elisabeth Zitzelsberger und Markus Wolf) bereits mit Ablauf des 1. Akts die ersten Ermüdungserscheinungen zeigten.

Zur Überraschung aller schneite dann noch der Opa (Hans Auburger) mit Schaukelpferd und Blumenstrauß herein, der doch eigentlich erst dazukommen wollte, wenn sich die Aufregungen der Familienfeierlichkeiten gelegt hätten. Als wenn das noch nicht genug wäre, kam nun auch noch der Bruder des Vaters an (Dieter Reisinger), der zwar keine Geschenke, aber eine ganz eigene Auffassung von seinem Leben hatte: Keine Arbeit und viel Meditation. Natürlich fehlte auch nicht seine Freundin (Monika Wolf), die ganz ähnliche Ideen mitbrachte.

Bei dem so entstandenen Durcheinander wunderte es dann niemanden mehr, dass der Pfarrer (Werner Fischer) gar nichts mehr beitragen konnte: Minutenlang stand er unbeachtet auf der Bühne, so dass er langsam zu glauben begann, der Herrgott hätte ihn unsichtbar gemacht.

Bevor nun der Familienfrieden ganz aus den Fugen zu geraten drohte, behaupten die jungen Eltern, ein paar Tage in den Urlaub fahren zu wollen: Es seien ja genügend Omas da, und für den kleinen Peter sei bestens gesorgt. Dieser Plan schien anfangs zu gelingen; denn die Omas scheuten die Verantwortung und reisten sofort ab; aber der Herr Pfarrer schaffte es, dass dann doch alles anders kam. Geplagt vom schlechten Gewissen kehrten sie zurück und einigten sich auf eine gemeinsame Betreuung, so dass das junge Paar wirklich einige Tage Urlaub in den Bergen machen konnte.

Mit der turbulenten Komödie traf die Theatergruppe Kürn unter der Leitung von Karl Pröpstl wieder einmal genau den Geschmack des Publikums. Als wären die Rollen der beiden Omas ihnen förmlich auf den Leib geschnitten wirbelten Manuela Kalesse und Carmen Konrad unermüdlich hin und her - und hielten das Chaos in jeder Minute auf höchstem Niveau.

Vergnüglich auch die beiden jungen Eltern (Elisabeth Zitzelsberger und Markus Wolf) bei Ihren vergeblichen Versuchen zu beobachten, etwas Ordnung in das Durcheinander zu bringen: Professionell und zielsicher spielten sie sich in die Herzen der Zuschauer.

Ein wahrer Augenschmaus der Auftritt von Dieter Reisinger als alternativer Guru und liebenswerter Spinner. Immer da, wenn er nicht gebraucht wurde, schaffte er es, Tempo und Schwung des Stücks dann immer noch etwas weiter zu erhöhen. Auch Monika Wolf schaffte es stilsicher, die alternative Streikgenossin des Guru zu verkörpern., die verzweifelt versuchte ihren Harry wieder zurückzugewinnen.

Die Rolle des Opas war mit Hans Auburger perfekt besetzt. Besonders sehenswert war die Szene, wie er versuchte, sich in der Guru-Welt zurechtzufinden - und dabei dann doch eher einschlief.

Obwohl es bekanntlich nicht ganz einfach sein soll, von der Rolle eines Bürgermeisters in die eines Pfarrers zu schlüpfen, wurde dies von Werner Fischer mit bemerkenswerter Bravour erledigt. So konnte er der Aufführung gerade die nötige Würze bringen, die den Abend zum besonderen Erlebnis machte.

Für die richtigen Rahmenbedingungen hinter der Bühne sorgte dieses Mal Gerda Lang. Die nötigen Alters- und Aussehenskorrekturen mittels virtuoser Schminktechniken erledigte in bewährter Weise wiederum Uli Cipcer mit ihren Helferinnen . Stefan Mahlke, der das Bärchen brummen  und das Baby schreien ließ sowie die Videokameras steuerte, war besonders gefordert und, nicht zuletzt,  auch Toni Gottmeier, die im Souffleurkasten schwitzte.

Ein gelungener Abend, der sich im Applaus des Publikums widerspiegelte.

Da die Kartennachfrage sehr groß war, wurde am Abend des Ostersonntags eine Zusatzvorstellung gegeben, die ebenfalls ausverkauft war.

Werner Fischer, Hans Auburger sen.,
Dieter Reisinger, Carmen Konrad, Elisabeth Zitzelsberger, Markus Wolf, Manuela Kalesse, Monika Wolf